Bensheim | 5. Oktober 2026 Was vor 70 Jahren als Patenschaft für die vertriebenen Menschen aus Arnau begann, ist heute eine lebendige Verbindung zwischen Menschen, Städten und Generationen. Das diesjährige Bundestreffen des Heimatkreises Hohenelbe/Riesengebirge stand daher auch im Zeichen dieses besonderen Jubiläums. Unter dem Motto „Wir schauen auf das, was uns verbindet“ kamen am 26. und 27. September viele Heimatfreundinnen und Heimatfreunde in Bensheim zusammen.
Die Patenschaft für Arnau, dem heutigen Hostinné, wurde 1956 übernommen. Viele Menschen aus dem Riesengebirge hatten nach Flucht und Vertreibung in Bensheim eine neue Heimat gefunden. Aus der Patenschaft entwickelte sich über die Jahrzehnte eine enge und vertrauensvolle Verbindung. Im Jahr 2002 wurde sie durch die Städtepartnerschaft zwischen Bensheim und Hostinné erweitert.
Das Festwochenende Ende September bot zahlreiche Gelegenheiten für Begegnungen und den gemeinsamen Blick auf Vergangenheit und Zukunft. Den Auftakt bildete eine Feierstunde zum 70-jährigen Bestehen der Patenschaft im Kolpinghaus. Dort wurde auch eine Ausstellung eröffnet, die sich mit der Geschichte von Arnau/Hostinné und Bensheim sowie mit Flucht, Vertreibung, Patenschaft und Partnerschaft beschäftigte.
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens des Heimatkreises Hohenelbe/Riesengebirge an die Stadt Bensheim. Bürgermeisterin Christine Klein nahm die Auszeichnung im Rahmen des Festabends entgegen. Mit dem Ehrenzeichen würdigt der Heimatkreis das langjährige Engagement für die Heimatpflege, die Bewahrung der gemeinsamen Geschichte und die Verbindung zu den ehemaligen Arnauerinnen und Arnauern.
Auch das weitere Programm spiegelte die enge Verbindung zwischen Heimatgeschichte, Erinnerung und Begegnung wider. Neben der Mitgliederversammlung und dem Festabend fand am Sonntag ein Gedenken am Kreuz der Vertriebenen auf dem Bensheimer Friedhof statt. Anschließend kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer traditionell am Rübezahl-Denkmal im Stadtpark zusammen.
In ihrer Ansprache erinnerte Bürgermeisterin Christine Klein daran, dass Heimat mehr sei als ein Ort: „Heimat sind Menschen, Erinnerungen, Geschichten und Beziehungen.“ Die Stadt Bensheim bewahrt diese gemeinsame Geschichte unter anderem durch die Arnau-Sammlung im Stadtmuseum. Gleichzeitig zeige die Städtepartnerschaft mit Hostinné, dass aus einer Verbindung, die in einer schwierigen Zeit entstanden ist, eine gemeinsame europäische Gegenwart entstehen könne.
Auch die Vorsitzende des Heimatkreises, Verena Schindler, würdigte die langjährige Zusammenarbeit mit der Stadt Bensheim. Sie betonte, dass „die Patenschaft weit über die ursprüngliche Unterstützung der Heimatvertriebenen hinausgewachsen ist und heute auch für kulturellen Austausch, Begegnung und Völkerverständigung steht“.
Das Bundestreffen machte damit einmal mehr deutlich, wie lebendig historische Verbindungen sein können, wenn sie von Menschen über Generationen hinweg weitergetragen werden. Das Jubiläum bot Anlass, auf 70 Jahre gemeinsamer Geschichte zurückzublicken – und zugleich den Blick auf die Zukunft der Verbindung zwischen Bensheim, Hostinné und dem Heimatkreis zu richten.
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