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Demokratie hautnah erlebt: Vorschulkinder der Kita Berliner Ring zu Besuch im Rathaus

Bensheim | 15. Juni 2026 Wie funktioniert eigentlich eine Stadt? Was macht eine Bürgermeisterin den ganzen Tag? Und warum hängen im Rathaus gleich vier verschiedene Flaggen? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die Vorschulkinder der Kita Berliner Ring bei einem Besuch im Bensheimer Rathaus nach.

Der Ausflug, begleitet von den Erzieherinnen Jasmin Pahlke und Lea Molitor, bildete den Abschluss eines mehrmonatigen Demokratieprojekts, in dem sich die Kinder intensiv mit Themen wie Kinderrechten, Vielfalt, Mitbestimmung, Konfliktlösung und Wahlen beschäftigt hatten. Nach vielen Gesprächen, Spielen, Rollenspielen und sogar einer eigenen Wahl wollten die Kinder nun erleben, wo in ihrer Stadt Demokratie hautnah erlebbar ist.

Schon die Ankunft am Rathaus war für die Mädchen und Jungen aufregend: Zeitgleich hatte ein Fehlalarm im benachbarten Alten Kurfürstlichen Gymnasium einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften ausgelöst. Das ungewohnte Blaulicht-Aufgebot sorgte bei den Kindern für große Augen und zahlreiche Fragen.

Im Rathausgebäude angekommen, durften die Vorschulkinder zunächst den Magistratssaal kennenlernen. Dort, wo normalerweise Ausschüsse tagen und wichtige kommunalpolitische Themen beraten werden, frühstückten die Kinder gemeinsam und nutzten die Gelegenheit, neugierig Fragen zu stellen. Besonders interessierten sie sich für die Geschichte des Saals, der früher als Kapelle eines Konvikts genutzt wurde.

Erstaunlich treffsicher zeigten sich die Kinder auch beim Blick auf die vier Flaggen im Saal. Hessen, Deutschland, Europa und sogar die Fahne der Stadt Bensheim mit ihrem Stadtwappen konnten viele von ihnen bereits richtig benennen. „Die Europa-Fahne kenne ich!“, rief Frieda stolz, während Fine erklärte: „Die mit dem Drachen und Sankt Georg ist von Bensheim.“

Im Magistratssaal entstanden außerdem kurze Video-Interviews, in denen die Kinder erzählten, was sie während des Demokratieprojekts gelernt hatten. Dabei wurde deutlich, wie intensiv sie sich mit den Themen auseinandergesetzt hatten.

„Demokratie bedeutet, dass man nicht hauen darf und dass kein Krieg geführt wird“, erklärte Enno. Auch die Kinderrechte waren den Mädchen und Jungen noch präsent. Auf die Frage, welches Recht ihnen besonders wichtig sei, kam von Ben eine Antwort, die für unsere Zusammenleben von entscheidender Bedeutung ist: „Alle sind gleich!“

Nach dem Besuch des Magistratssaals führte der Rundgang die Kinder weiter zum Vorzimmer der Bürgermeisterin. Zwar war Bürgermeisterin Christine Klein an diesem Tag nicht im Rathaus, dennoch nutzten die Kinder die Gelegenheit, der Mitarbeiterin der Bürgermeisterin Gabi Degenhardt etliche Fragen zu stellen. Dabei interessierten sie sich nicht nur für die Aufgaben einer Bürgermeisterin, sondern auch für ganz persönliche Dinge.

Für die Erzieherinnen der Kita Berliner Ring war der Rathausbesuch ein gelungener Abschluss eines Projekts, das den Kindern Demokratie nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht hat. Der Besuch zeigte eindrucksvoll, dass Kinder bereits ein großes Interesse an gesellschaftlichen Themen entwickeln und verstehen können, warum Mitbestimmung, Fairness und gegenseitiger Respekt wichtig sind.

Mit vielen neuen Eindrücken und Antworten auf ihre Fragen kehrten die Kinder schließlich in die Kita zurück – und vielleicht auch mit dem ersten konkreten Eindruck davon, wie Demokratie vor Ort funktioniert.

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