Bensheim | 3. Juli 2026 Mit Hammer, Punzen und viel Begeisterung machten sich am Mittwoch viele Kinder im Museum der Stadt Bensheim ans Werk. Konzentriert hämmerten die sechs- bis achtjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Workshops keltische Motive in Kupferplatten. Für viele war es das erste Mal, dass sie ein traditionelles Handwerk ausprobierten – und genau darin liegt der besondere Reiz der museumspädagogischen Angebote: Geschichte wird nicht nur erzählt, sondern mit den eigenen Händen erlebt. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. So zierte eine Kupferplatte das Konterfei des Keltenfürsten vom Glauberg in bemerkenswerter Präzision.
Möglich werden solche Erlebnisse auch in diesem Sommer durch die Unterstützung des Lions-Club Bergstraße. Der Service-Club hat dem Museum 500 Euro gespendet und ermöglicht damit zehn Workshops im Rahmen der Bensheimer Ferienspiele. Zur symbolischen Übergabe waren Präsident Dr. Domenico Laurendi und Club-Mitglied Matthias Hensel, der dem Haus eng verbunden ist, gekommen. Insgesamt rund 170 Kinder werden an den Kreativkursen teilnehmen. Es ist bereits das dritte Mal, dass der Lions-Club das Museum gezielt zu diesem Anlass unterstützt.
Für Museumsleiter Dr. Jan Christoph Breitwieser ist die Spende weit mehr als eine finanzielle Hilfe. „Unsere Workshops vermitteln Geschichte auf eine Weise, die Kinder nachhaltig begeistert. Sie entdecken historische Zusammenhänge, lernen alte Handwerkstechniken kennen und erleben, wie viel Freude es macht, selbst kreativ zu werden. Gleichzeitig sind sie mit erheblichem Material- und Personalaufwand verbunden. Dass wir uns diesen Mehrwert leisten können, verdanken wir der Unterstützung des Lions-Clubs.“
Breitwieser machte deutlich, dass gerade die museumspädagogische Arbeit ohne Förderer kaum in diesem Umfang möglich wäre. Zwar habe das Museum in diesem Jahr durch die außergewöhnlich erfolgreiche Sonderausstellung mit Werken von Emil Nolde zusätzliche Einnahmen erzielt. Diese verschafften dem Museum bei seinen regulären Aufgaben etwas mehr finanziellen Spielraum. „Für die Museumspädagogik stehen diese Mittel jedoch nicht zur Verfügung. Gerade hier sind wir auf Partner angewiesen, die unsere Bildungsarbeit unterstützen. Deshalb ist das Engagement des Lions-Clubs für uns von unschätzbarem Wert.“
Zugleich betonte der Museumsleiter, dass der Erfolg der Nolde-Ausstellung nicht beliebig wiederholbar sei. Ausstellungen mit einem derartigen Renommee nach Bensheim zu holen, ist trotz des hervorragenden Netzwerks des Museums und der Kontakte von Breitwieser keineswegs selbstverständlich. Umso wichtiger sind verlässliche Partner, die die Bildungsarbeit des Hauses mittragen.
Auch Markus van den Boom, Teamleiter Jugendförderung der Stadt Bensheim, freute sich über die erneute Zuwendung. „Die Workshops im Museum gehören jedes Jahr zu den Höhepunkten der Ferienspiele. Die Kinder können ausprobieren, gestalten und experimentieren. Sie erleben Geschichte mit allen Sinnen und nehmen Eindrücke mit, die weit über einen klassischen Museumsbesuch hinausgehen.“ Er bedankte sich sowohl bei den Sponsoren als auch beim Museum für die Unterstützung.
Der Lions-Club Bergstraße engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen – von Bildung und Sozialem bis hin zur Kultur. Die Förderung des Museums ist deshalb bewusst gewählt. Das Museum der Stadt Bensheim leistet nicht nur für die Stadt selbst, sondern weit über die Region hinaus wertvolle kulturelle Bildungsarbeit.
Das museumspädagogische Programm verbindet Wissen und praktisches Arbeiten auf besondere Weise. Die Angebote orientieren sich am Kerncurriculum des Landes Hessen für die Fächer Geschichte und Kunst. Im Mittelpunkt stehen handwerkliche Workshops, in denen historische Techniken ausprobiert werden können. Ergänzt wird das Programm durch thematische Führungen, die sich auch für Lehrerinnen und Lehrer als Fortbildungsangebot eignen und Geschichte mit allen Sinnen erfahrbar machen.
Interessierte können sich telefonisch unter 06251/5847865 oder per E-Mail an museum@bensheim.de über die museumspädagogischen Angebote informieren.





