Bensheim | 28. September 2026 Geschichte lebt von den Menschen, die sie erzählen, von Erinnerungen, die weitergegeben werden, und von Orten, an denen Vergangenheit sichtbar bleibt. In den Bensheimer Stadtteilen wird diese Aufgabe seit vielen Jahren mit großem ehrenamtlichem Engagement wahrgenommen. Die Bürgerstiftung Bensheim unterstützt die Stadtteil-Dokumentation Bensheim deshalb mit einer Spende in Höhe von 3.000 Euro. Mit dem Geld wurden bereits und werden noch die Herstellung von Schautafeln sowie der Druck von Plakaten und Flyern für vier Ausstellungsprojekte finanziert.
In Gronau, Schwanheim, Hochstädten und Fehlheim widmen sich die ehrenamtlichen Arbeitskreise unterschiedlichen Themen aus der Geschichte und dem gesellschaftlichen Leben ihrer Stadtteile. Die Ausstellungen zeigen, wie vielfältig die lokale Erinnerungskultur ist und welchen Beitrag die Stadtteil-Dokumentationen dazu leisten, historische Quellen zu bewahren, Wissen weiterzugeben und die Bevölkerung einzubeziehen.
„Geschichte ist nicht nur das, was in Büchern steht, sondern auch das, was Menschen selbst erlebt haben und was über Generationen weitergegeben wird“, betonte Bürgermeisterin Christine Klein bei der symbolischen Spendenübergabe am Donnerstag im Rathaus. „Die Stadtteil-Dokumentationen sorgen dafür, dass diese Geschichten nicht verloren gehen. Sie schaffen Begegnungen, bringen Menschen miteinander ins Gespräch und machen deutlich, wie viel Engagement und Verbundenheit in unseren Stadtteilen steckt. Dass die Bürgerstiftung diese wertvolle Arbeit unterstützt, ist ein schönes Zeichen der Anerkennung.“
Den Auftakt machte Ende Mai die Ausstellung der Stadtteil-Dokumentation Gronau zum 125-jährigen Bestehen des Männergesangvereins „Eintracht“ Gronau. Vom 29. bis 31. Mai 2026 wurde das Vereinsjubiläum mit einer Bild- und Textdokumentation aus dem Archiv begleitet. Die drei Schautafelseiten waren in das Festwochenende mit buntem Abend, Liederabend und Festgottesdienst eingebunden. Das Jubiläum des Männergesangvereins besitzt auch kulturhistorische Bedeutung: Reine Männerchöre sind inzwischen selten geworden. Die Ausstellung bot zugleich die Gelegenheit, die Arbeit der Stadtteil-Dokumentation einem größeren Publikum vorzustellen.
Im August sollte in Schwanheim die „Sichelhenk – gelebte Tradition in Schwanheim“ im Mittelpunkt stehen. Die Ausstellung musste jedoch aus organisatorischen Gründen um ein Jahr verschoben werden und wird nun im Rahmen der Sichelhenk 2027 präsentiert. Für den Arbeitskreis Schwanheim ist die Ausstellung nach dem neuen Ausstellungskonzept ein besonderer Meilenstein in der Stadtteil-Dokumentation.
In Hochstädten steht vom 6. bis 8. November die Jubiläumsausstellung „35 Jahre Stadtteil-Dokumentation Hochstädten – The Best of 1991–2026“ auf dem Programm. Seit der ersten Wanderausstellung im Jahr 1991 widmet sich der Arbeitskreis jedes Jahr der Geschichte des Stadtteils. Die sechs Schautafeln blicken auf die Entwicklung der Dokumentationsarbeit zurück – von den Anfängen mit einfachen Präsentationen bis hin zu professionell gestalteten Ausstellungen. Vier Tafeln befassen sich mit der Geschichte der Stadtteil-Dokumentation, zwei weitere mit dem Umbau der alten Schule zum neuen Kindergarten.
Die vierte Ausstellung ist in Fehlheim geplant. Unter dem Titel „Menschen, die Fehlheim prägten“ werden Bürgermeister Josef Andel und Pfarrer Bernhard Nikolaus Hitzel vorgestellt. Die Ausstellung findet vom 5. bis 7. März 2027 in der Fehlheimer Pfarrgemeinde statt und umfasst vier Schautafelseiten. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, die durch ihr Handeln und ihr Engagement das Leben im Stadtteil geprägt haben. Für die Vorbereitung hat der Arbeitskreis im Januar mit einem öffentlichen Aufruf die Bevölkerung um Fotografien, persönliche Erinnerungen und weitere Zeitzeugnisse gebeten. Die Resonanz zeigt, wie eng die Menschen in Fehlheim mit ihrer Geschichte verbunden sind und wie wichtig die Beiträge aus der Bürgerschaft für eine lebendige Dokumentation sind.
Mit der Förderung übernimmt die Bürgerstiftung die Kosten für die Herstellung von insgesamt 15 Schautafeln sowie für den Plakat- und Flyerdruck der vier Ausstellungen. „Die Stadtteil-Dokumentationen leisten viel mehr, als historische Bilder und Dokumente zu sammeln. Sie bewahren Wissen, das sonst möglicherweise verloren ginge, und geben den Menschen die Möglichkeit, ihre eigene Geschichte einzubringen“, betont Rolf Hiesinger, Stiftungsvorstand der Bürgerstiftung Bensheim. „Mit unserer Förderung möchten wir dazu beitragen, dass diese Arbeit auch öffentlich sichtbar wird. Die Ausstellungen verbinden Generationen, stärken das Miteinander und zeigen, wie vielfältig die Geschichte unserer Stadtteile ist.“ Die Bürgerstiftung möchte dazu beitragen, dass dieses Engagement auch in Zeiten schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen fortgeführt werden kann.
Die Sprecherin Stadtteil-Dokumentation Bensheim, Claudia Sosnika, bedankte sich für die Unterstützung. „Die Ausstellungen sind ein wichtiger Bestandteil der Bensheimer Erinnerungskultur. Sie machen die Besonderheiten der einzelnen Stadtteile sichtbar und tragen dazu bei, die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohnort zu stärken.“ Gleichzeitig bieten sie Raum für Begegnungen und den Austausch zwischen den Generationen, verdeutlichte die Leiterin des Stadtarchivs.
Die Förderung in Höhe von 3.000 Euro kommt damit nicht nur der Herstellung von Ausstellungsmaterialien zugute, sondern unterstützt auch die ehrenamtliche Arbeit, die hinter den Projekten steht. Denn die Geschichte Bensheims besteht aus vielen einzelnen Geschichten – und jede davon trägt dazu bei, die Identität der Gesamtstadt in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar zu machen.
Wer die Arbeit der Bürgerstiftung der Stadt Bensheim unterstützen und weitere Projekte ermöglichen möchte, findet alle Informationen zu Spenden und Engagement auf der Website der Stiftung.
