Bensheim | 15. Oktober 2026 Ein eigenes Kfz-Kennzeichen für Bensheim: Die Stadt hält an ihrem Ziel fest, künftig die Ortskennung „BEN“ neben „HP“ zu ermöglichen. Bundesweit wächst die Unterstützung für zusätzliche Kennzeichen, die Städte und Gemeinden sichtbarer machen und die Verbundenheit mit dem Heimatort stärken sollen. Für Bensheimer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen wäre ein Wechsel zu „BEN“ freiwillig. Sie tragen die Kosten – wie bei anderer Inanspruchnahme der Dienste der Zulassungsstelle auch.
Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich im September 2025 mit großer Mehrheit für die Einführung von „BEN“ als neues Kfz-Kennzeichen für die Stadt Bensheim ausgesprochen und folgte damit der Initiative von Bürgermeisterin Christine Klein.
In einem Schreiben an den hessischen Verkehrsminister Kaweh Mansoori betonte Bürgermeisterin Christine Klein den Stellenwert von „BEN“ als wertvolle Möglichkeit des Stadtmarketings. Zudem werde die lokale Identifikation mit der Stadt Bensheim gestärkt. Staatsminister Mansoori teilte in seinem Antwortschreiben die Argumentation der Bürgermeisterin und forderte die Bundesregierung auf, die Fahrzeug-Zulassungsverordnung zu überarbeiten.
Außerdem schloss sich Bensheim einer von der Stadt Rodgau koordinierten Initiative hessischer Kommunen an.
„Ein eigenes Kennzeichen ist weit mehr als eine Buchstabenkombination auf dem Nummernschild. Es schafft Sichtbarkeit, stärkt die Identifikation mit der eigenen Stadt und trägt dazu bei, Bensheim auch über die Grenzen des Kreises Bergstraße hinaus bekannter zu machen. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir uns gemeinsam mit anderen Kommunen für diese Möglichkeit einsetzen“, erklärt Bürgermeisterin Christine Klein. Mit ihrem Schreiben an den hessischen Wirtschaftsminister hat die Bürgermeisterin der größten Stadt im Kreis Bergstraße das Anliegen gezielt auf Landesebene vorangebracht.
Ein wichtiger Schritt folgte im März 2026: Der Bundesrat forderte die Bundesregierung mit großer Mehrheit auf, die Fahrzeug-Zulassungsverordnung zu überarbeiten. Ziel ist es, zusätzliche Ortskennzeichen auch ohne die Gründung eines neuen Zulassungsbezirks zu ermöglichen.
Mittlerweile unterstützen mehr als 100 Städte und Gemeinden mit jeweils mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die Initiative. Gemeinsam repräsentieren sie mehr als 3,3 Millionen Menschen. Die breite Unterstützung unterstreicht das gemeinsame Interesse, kommunale Identität und regionale Verbundenheit durch eigene Kennzeichen sichtbarer zu machen.
Wie groß die Bedeutung solcher Kennzeichen ist, zeigt auch ihre bisherige Entwicklung: Seit der Reform von 2012 wurden nach einer Studie der Hochschule Heilbronn fast sieben Millionen Fahrzeuge mit wieder eingeführten Altkennzeichen zugelassen. Von einer möglichen Neuregelung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung könnten bundesweit rund 10,5 Millionen Menschen in Städten und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern profitieren.
Die Einführung zusätzlicher Kfz-Kennzeichen ist allerdings noch nicht beschlossen. Der Bundesrat hat die Bundesregierung zunächst aufgefordert, einen entsprechenden Reformvorschlag vorzulegen. Wann und in welcher Form die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, ist derzeit offen.

