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Cybersicherheit als Daueraufgabe: Innenminister zeichnet Stadt Bensheim aus

Bensheim | 25. Juni 2026 Ob Bürgerservice, digitale Verwaltungsleistungen oder interne Arbeitsprozesse – eine moderne Stadtverwaltung ist heute auf sichere und verlässliche IT-Systeme angewiesen. Für ihr umfassendes Engagement beim Schutz ihrer digitalen Infrastruktur ist die Stadt Bensheim mit dem KOMPASS-Siegel Cybersicherheit des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck überreichte am Mittwoch die Auszeichnung im Sitzungssaal des Rathauses im Beisein des Magistrats.

Mit dem KOMPASS-Siegel würdigt das Land Hessen Kommunen, die ihre Informations- und Cybersicherheit systematisch stärken und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen, technischen Störungen und Krisensituationen nachhaltig ausbauen. Die Auszeichnung verdeutlicht den Weg, den die Stadt Bensheim in den vergangenen Jahren konsequent verfolgt hat.

Zusätzliche Bestätigung erhielt dieser Kurs durch die 249. Vergleichende Prüfung „IT-Sicherheit III“ des Hessischen Rechnungshofs. Die unabhängige Prüfung bescheinigte der Stadtverwaltung ein hohes Sicherheitsniveau und unterstrich die Wirksamkeit zahlreicher bereits umgesetzter Maßnahmen zur Stärkung der IT- und Informationssicherheit.

Um ihre digitale Resilienz nachhaltig zu erhöhen, hat die Stadt Bensheim in den vergangenen Jahren umfangreiche technische und organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Einen besonderen Schub erhielt dieser Prozess im Jahr 2022. Damals stellte die Stadtverordnetenversammlung mit ihrem Beschluss zur „Aufrechterhaltung, Sicherstellung und Erhöhung der IT-Sicherheit“ überplanmäßige Mittel in Höhe von 524.500 Euro bereit und legte damit den Grundstein für viele weitere Vorhaben in der Stadtverwaltung und ihren Eigenbetrieben. Seither investiert die Stadt jährlich rund 185.000 Euro beziehungsweise etwa 410 Euro pro Beschäftigten in die IT-Sicherheit. Dies entspricht rund zehn bis fünfzehn Prozent der gesamten IT-Ausgaben.

Die bereitgestellten Mittel ermöglichten eine Vielzahl von Projekten, die sowohl die technische als auch die organisatorische Resilienz der Stadtverwaltung nachhaltig gestärkt haben. Dazu zählen unter anderem regelmäßige Schwachstellenanalysen, die Einführung einer KI-gestützten Cybersicherheitsplattform, der Aufbau eines externen Security Operation Centers zur kontinuierlichen Überwachung möglicher Bedrohungen sowie moderne mehrstufige Sicherheitsarchitekturen für Netzwerke und Rechenzentren.

Darüber hinaus wurden zentrale Datensicherungs- und Wiederherstellungslösungen etabliert, VPN-Zugänge durch Multifaktorauthentifizierung abgesichert und eine hochverfügbare Rechenzentrumsinfrastruktur über zwei Standorte aufgebaut. Ein zentrales Patchmanagement sorgt zudem dafür, dass Clients, Server, Netzwerkkomponenten, Firewalls und Telekommunikationssysteme regelmäßig aktualisiert und gegen bekannte Sicherheitsrisiken geschützt werden.

Ergänzt werden diese technischen Maßnahmen durch ein Managementsystem für Informationssicherheit, regelmäßige Sicherheitsaudits, IT-Notfall- und Wiederanlaufübungen sowie kontinuierliche Schulungs- und Sensibilisierungsangebote für alle Beschäftigten. Für Krisen- und Notfallsituationen wurde nach den Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein umfassendes IT-Notfallhandbuch mit dokumentierten Wiederanlaufkonzepten erstellt. Ergänzend hält die Stadt einen IT-Notfallkoffer bereit.

„Digitale Sicherheit ist heute eine Grundvoraussetzung für eine leistungsfähige und verlässliche Verwaltung. Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten geschützt sind und kommunale Dienstleistungen zuverlässig funktionieren“, betonte Bürgermeisterin Christine Klein. Die Verleihung des Gütesiegels Cybersicherheit sei ein klares Zeichen für die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre. „Die Digitalisierung der Verwaltung sowie die IT- und Informationssicherheit genießen seit Beginn meiner Amtszeit einen sehr hohen Stellenwert. Die Auszeichnung zeigt, dass wir konsequent in den Schutz unserer Systeme, Daten und Prozesse investiert haben“, so Klein weiter.

Ihr Dank galt vor allem den Mitarbeitenden des Teams IT- und Kommunikationstechnik mit Teamleiter Torsten Gehbauer, die mit großem Engagement und hoher Fachkompetenz maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben. Ebenso dankte sie dem Team Steuerungsunterstützung als interne Koordinationsstelle für Informationssicherheit mit Team- und Fachbereichsleiter Rolf Hiesinger für die enge Zusammenarbeit sowie Magistrat und Stadtverordnetenversammlung für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel. „Das ist keine Selbstverständlichkeit in Zeiten knapper Kassen. Aber dieses Geld ist hervorragend investiert.“

Gleichzeitig ist für die Rathauschefin die Auszeichnung kein Anlass, sich auf dem Erreichten auszuruhen. „Cybersicherheit ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess. Absolute Sicherheit wird es im digitalen Raum niemals geben. Umso wichtiger ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, unsere Schutzmaßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und auch auf Krisensituationen vorbereitet zu sein.“

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig belastbare digitale Strukturen für die Handlungsfähigkeit einer Verwaltung sind. Wir haben deshalb gezielt sowohl in technische Schutzmaßnahmen als auch in organisatorische Vorsorge investiert. „Das KOMPASS-Siegel und die Ergebnisse der Rechnungshofprüfung bestätigen, dass wir damit die Widerstandsfähigkeit unserer Verwaltung deutlich stärken konnten“, erläuterte die Bürgermeisterin.

Besonders erfreulich: Die Stadt Bensheim hat bei der vergleichenden Prüfung des Hessischen Rechnungshofs im Jahr 2024 unter 16 teilnehmenden Kommunen den ersten Platz erreicht. „Das zeigt, dass die eingesetzten finanziellen und personellen Ressourcen nachhaltig Wirkung entfalten. Eine Nachprüfung durch das Kommunale Dienstleistungszentrum Cybersicherheit im Jahr 2025 bestätigte zudem, dass sämtliche ausgesprochenen Empfehlungen vollständig umgesetzt wurden.“

Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck würdigte bei der Verleihung das Engagement der Stadt Bensheim für den Schutz ihrer digitalen Infrastruktur und die kontinuierliche Verbesserung ihrer Cybersicherheit. „Sie stehen in Hessen ganz vorne und sind Vorbild für andere. Sie haben das Thema zur Chefsache gemacht“, verdeutlichte Poseck. Das messe dem Thema die Bedeutung bei, die es braucht – denn Cyberangriffe nehmen zu. „Die Digitalisierung ist unser Lebensnerv. Ohne die Digitalisierung funktioniert unser Gemeinwesen nicht mehr. Deshalb müssen wir auf diese Gefahren reagieren. Und das haben sie in Bensheim vorbildlich getan.“

Mit dem CyberCompetenceCenter (Hessen3C) in der Verantwortung des Innenministeriums unterstützt das Land die Kommunen. Denn diese sind, so Poseck, für die Menschen von besonderer Bedeutung. „Sie organisieren Daseinsvorsorge für die Menschen. Cyberangriffe haben verheerende Auswirkungen, auch für die Bürgerinnen und Bürger.“ Im Jahr 2024 gab es mehr als 20 Cyberangriffe auf hessische Kommunen, Tendenz steigend. Deshalb kommt es aus Sicht des Innenministers darauf an, diese Attacken entweder abzuwehren oder, sollte dies nicht möglich sein, möglichst schnell wieder die Funktionsfähigkeit herzustellen.

Mit dem KOMPASS-Siegel Cybersicherheit gehört die größte Stadt im Kreis Bergstraße zu den hessischen Kommunen, die sich aktiv und systematisch den Herausforderungen der digitalen Sicherheit stellen und damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Funktionsfähigkeit der kommunalen Verwaltung leisten. Bensheim ist dabei erst die dritte Kommune in Hessen, die mit dem Gütesiegel ausgezeichnet wurde. Zuvor hatten bereits Fulda und Zierenberg sowie der Landkreis Fulda die Auszeichnung erhalten. Mit der Verleihung soll ein Zeichen gesetzt werden, auch um andere Städte und Gemeinden zu motivieren, weiter in die Cybersicherheit zu investieren. „Wir stellen alle vor den gleichen Herausforderungen“, bemerkte Roman Poseck.

Das Hessische Cybersicherheitssiegel wird für drei Jahre verliehen und kann auf Antrag verlängert werden. Voraussetzung für die Verleihung ist die Teilnahme am Modul „Sichere Kommunale Netze Hessen” des Aktionsprogramms Kommunale Cybersicherheit, die Durchführung eines strukturierten IT-Audits sowie die Umsetzung der daraus resultierenden Sicherheitsempfehlungen.

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