Bensheim | 11. Mai 2026 Noch hallt jeder Schritt durch die neuen Flure. Es riecht nach frischem Holz, die Gruppenräume sind fertig eingerichtet, kleine Stühle stehen ordentlich an den Tischen. An den Garderoben weisen kleine Namensschilder schon darauf hin, wer hier bald sein kleines Reich haben wird. Draußen parken Dreiräder und Bobbycars, bewegen sich die Schaukeln leicht im Wind, während im neuen Gebäude am Rand des Fehlheimer Neubaugebiets Langgewann die allerletzten Handgriffe vorgenommen werden. Nach Monaten voller Baustellenbetrieb, Handwerkertermine und Innenausbau kehrt aber nun endlich Leben ein: Am 18. Mai 2026 ziehen die Kinder und Erzieherinnen der katholischen Kita Sankt Bartholomäus in ihre neue Kindertagesstätte ein.
Für Fehlheim bedeutet das weit mehr als nur ein neues Haus. Entstanden ist hier am Ende des Elsbeerwegs ein neuer Mittelpunkt für junge Familien – ein Ort zum Spielen, Lernen und Aufwachsen mitten im neuen Quartier. Die Kita bietet künftig Platz für bis zu 99 Kinder vom ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt und bildet damit einen wichtigen Baustein für die Entwicklung des Stadtteils.
„Die neue Kita ist ein starkes Signal für Familienfreundlichkeit und für die Entwicklung Fehlheims“, betonte Bürgermeisterin Christine Klein bei einem Ortstermin. „Gerade in einem wachsenden Wohngebiet ist es wichtig, dass Kinderbetreuung dort entsteht, wo junge Familien leben. Kurze Wege, moderne Räume und verlässliche Betreuung bedeuten eine echte Entlastung im Alltag.“
Die neue Einrichtung wurde in moderner Holzelementbauweise errichtet und orientiert sich konzeptionell an den erfolgreichen Kita-Neubauten an der Sparkassen-Allee und am Berliner Ring in Bensheim. Der Neubau verbindet Funktionalität, Nachhaltigkeit und kindgerechte Architektur miteinander.
Im Erdgeschoss befinden sich zwei Gruppenräume für Kinder unter drei Jahren mit Platz für jeweils bis zu zwölf Kinder. Ergänzt wird dieser Bereich durch Nebenräume, eine Küche sowie einen großzügigen Bewegungsraum. Im Obergeschoss stehen drei helle Gruppenräume für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt zur Verfügung. Große Fensterflächen sorgen für viel Tageslicht, während die Ausrichtung der Räume zugleich vor intensiver Nachmittagssonne schützt.
Besonderen Wert legte die Stadt auf eine moderne und nachhaltige Bauweise. Die Kita verfügt über ein Gründach mit Photovoltaikanlage und wird an das Nahwärmenetz der GGEW AG angeschlossen. Ein umlaufender Balkon mit Außentreppen verbindet beide Etagen direkt mit dem Außengelände. Dort laden Rutschen, Schaukeln und Balanciermöglichkeiten zum Spielen und Bewegen ein.
„Mit der neuen Kita schaffen wir nicht nur zusätzliche Betreuungsplätze, sondern vor allem einen modernen und hochwertigen Ort für Kinder. Das Gebäude erfüllt die heutigen Anforderungen an Pädagogik, Nachhaltigkeit und Aufenthaltsqualität in besonderer Weise“, verdeutlichte Erster Stadtrat und Baudezernent Frank Daum.
Die Arbeiten hatten im November 2024 begonnen. Die bauliche Fertigstellung erfolgte Ende März dieses Jahres. Der Umzug der Kita in den Neubau wird aktuell vorbereitet, bevor am 18. Mai die neuen kleinen Bewohnerinnen und Bewohner die Räume erobern.
Finanziert wurde das Projekt über den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Kinderbetreuung. Ursprünglich waren im Vermögensplan rund 8,5 Millionen Euro vorgesehen. Nach aktueller Prognose liegen die Gesamtkosten jedoch bei etwa 7,5 Millionen Euro. Damit bleibt das Projekt deutlich unter der ursprünglich veranschlagten Summe.
„Dass wir dieses Projekt nicht nur termingerecht, sondern auch deutlich unter den kalkulierten Kosten realisieren konnten, ist eine sehr gute Leistung aller Beteiligten“, erklärt der Erste Stadtrat. „Mein ausdrücklicher Dank gilt den Mitarbeitenden des Teams Gebäude und Freiflächen mit Projektleiter Frank Regner, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Eigenbetriebs Kinderbetreuung, den ausführenden Firmen sowie allen Handwerkerinnen und Handwerkern für die konstruktive Zusammenarbeit.“
Bürgermeisterin Christine Klein ergänzt: „Hinter einem solchen Bauprojekt stehen viele Menschen, die mit großem Engagement daran gearbeitet haben, diesen Ort für Kinder möglich zu machen. Dafür danke ich allen Beteiligten herzlich. Besonders freut mich, dass nun endlich die Kinder einziehen und das Gebäude mit Leben, Lachen und Gemeinschaft füllen werden.“
Bauherr der neuen Einrichtung ist der Eigenbetrieb Kinderbetreuung der Stadt Bensheim. Betrieben wird die Kita wie bisher von Unikathe, dem Träger der katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Mainz.
Nach dem Umzug hat die alte Fehlheimer Kita allerdings noch nicht ausgedient: Sie wird zu einem Zuhause auf Zeit für die Kinder und Erzieherinnen der städtischen Kindertagesstätte Schwanheim. Denn auch im Nachbarort wird neugebaut – und zwar am bisherigen Standort. Dafür muss das dortige, ebenfalls in die Jahre gekommene Gebäude abgerissen werden. Für die Zeit des Abbruchs und der Bauphase werden die Schwanheimer Kinder in Fehlheim betreut.
Hintergrund:
Seit 1996 gibt es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Betreuung für drei- bis sechsjährige Kinder. Seit 2013 hat jedes Kind ab dem ersten Geburtstag einen gesetzlich geregelten Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte. In Bensheim wurde daher in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert. Aktuell stehen in der größten Stadt des Kreises insgesamt rund 2000 Kita- und Krippenplätze in 31 Kindertagesstätten zur Verfügung.


