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Ein Surfbrett für 185 Euro und viele Fahrräder zum Schnäppchenpreis

Bensheim | 21. Mai 2026 Bensheim ist gemeinhin nicht als Hotspot für die Surfer-Szene bekannt. Die Lauter ist nicht der Eisbach in München und der Badesee zwar ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer – aber glücklicherweise nicht ganz so wellenerprobt wie die Ostsee vor Timmendorfer Strand. Trotzdem kann hier auch schon mal ein Surfbrett verloren gehen. Und zwar samt Segel und Halterung fürs Autodach. Wobei die Frage erlaubt sein darf, ob man ein solches Teil zufällig verlieren kann oder doch bewusst in der Landschaft illegal entsorgt.

Gefunden wurde das Sportgerät jedenfalls auf einem Parkplatz an der A5, wanderte, weil Bensheimer Gemarkung, von dort ins städtische Fundbüro und kam am Dienstag bei der traditionellen Fundsachenversteigerung im kleinen Hof vor den Garagen neben dem Rathaus unter den berühmten Hammer von Auktionator Philipp Steinbacher, Mitarbeiter im Team Allgemeine Sicherheit und Ordnung. Dort hatten sich ernsthafte Interessenten eingefunden, die den Preis bis auf 185 Euro hochtrieben. Betrachtet man das Gesamtpaket dürfte es sich durchaus um ein Schnäppchen handeln, selbst wenn man das Segel nicht hisst und damit „nur“ auf heimischen Gewässern ein bisschen paddeln mag.

150 Fundsachen und 21 Fahrräder präsentierte Steinbacher gewohnt unterhaltsam, unterstützt vom Sachgebietsleiter der Stadtpolizei Silvio Franz. Das Prinzip ist so einfach wie bewährt: Wer am meisten bietet, bekommt den Zuschlag. Das Mindestgebot liegt immer bei einem Euro. Über die Kasse, schließlich musste gleich gezahlt werden, wachten Petra Kuhn und Samira Kaiser vom Team Allgemeine Sicherheit und Ordnung. Nicht alles, was im Angebot war, fand einen neuen Besitzer oder eine neue Besitzerin, darunter das ein oder andere Fahrrad oder ein Rucksack mit Badesachen, der eigentlich perfekt zum Kite-Board gepasst hätte. Das eine oder andere Kleidungsstück für Zeitgenossen mit besonderem Modegeschmack blieb als Ladenhüter ebenfalls im Depot hängen. Philipp Steinbacher ließ zwar nichts unversucht, die imaginären Regale zu leeren. Aber bei manchen Exemplaren war selbst beste Überredungskunst vergeblich.

Letztlich zeigte die städtische Fundsachenversteigerung zwischen praktischen Schnäppchen, ein paar eigens zusammengestellten Überraschungstüten mit jeweils eine Handvoll Kleinigkeiten und kleinen Bietergefechten einmal mehr ihren ganz eigenen Charme. So ging eine Kinder-Jeansjacke für gerade einmal einen Euro sehr zur Freude der Mutter und einzigen Bieterin weg – ebenso wie eine Bluse und eine Hose, an denen sogar noch die originalen Preisschilder hingen.

Besonders gefragt waren wie immer die Fahrräder: Manche liefen zwar nicht mehr ganz rund, dafür aber oft schon für weniger als zehn Euro vom Hof. Eine durchhängende Kette oder ein platter Reifen spielten dabei weniger eine Rolle. Ein Damenrad mit stylischer und funktionstüchtiger Hupe sorgte dabei ebenso für Aufmerksamkeit wie ein schwer lädiertes Mountainbike, das wohl schon einige harte Berge und rasante Abfahrten hinter sich hatte – und schließlich für einen Euro einen neuen Eigentümer fand.

Und genau solche Stücke machen den Reiz der Versteigerung aus: Was für die einen nur ein vergessenes Fundstück ist, wird für manche zum echten Schnäppchen, zum Bastelprojekt oder schlicht zum Gegenstand mit Charakter. Andere wiederum haben einfach Spaß am Bieten.

Deutlich höher lag der Preis für ein gut erhaltenes Kinderrad, das nach reger Nachfrage für 71 Euro versteigert wurde. Den Tageshöchstwert unter den ökologisch einwandfreien Fortbewegungsmitteln erzielte schließlich ein erstklassiges Mountainbike, das sich nach einer kleinen Bieterschlacht für 173 Euro einen neuen Besitzer sicherte. Und selbst für spontane Wetterumschwünge war bestens gesorgt: Ein Regenschirm kam für einen Euro unter den Hammer – schließlich kommt der nächste Schauer bestimmt. Oder der nächste Sommer, dafür konnte man mit einer Sonnenbrille vorsorgen.

Sechs Monate beträgt die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Fundsachen. Was bis dahin nicht wieder abgeholt wurde, kann versteigert werden. Die Stadtverwaltung veranstaltet zweimal im Jahr eine solche Auktion. Durch die aktuelle Versteigerung konnten insgesamt mehr als 2600 Euro eingenommen werden.

Übrigens: Bis zu den jeweiligen Versteigerungstermin haben Eigentümerinnen und Eigentümer immer noch die Möglichkeit, ihre Rechte an der Fundsache geltend zu machen. Für Rückfragen dazu steht das Team Allgemeine Sicherheit und Ordnung unter der Rufnummer 06251/14-154 im Rathaus gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Fundbüro der Stadt Bensheim

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