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„Hass und Ausgrenzung haben in Bensheim keinen Platz“

Bensheim | 6. November 2026 „Wo Hass sichtbar wird, darf Gleichgültigkeit nicht zur Antwort werden.“ Mit diesen deutlichen Worten hat Bürgermeisterin Christine Klein am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Zell Stellung zu mehreren Vorfällen in Bensheim bezogen. Die Beschädigungen von Werbebannern der Ahmadiyya Muslim Gemeinde sowie Hakenkreuze und rassistische Parolen an einer Steinmauer in der Kalkgasse seien nicht hinnehmbar. Sie greifen das friedliche Zusammenleben in der Stadt und die Grundlagen der demokratischen Gesellschaft an.

„Fremdenfeindlichkeit, Hass und Antisemitismus bedrohen mehr als einzelne Menschen – sie greifen das Fundament unseres Zusammenlebens an“, betonte Klein. Eine freie und demokratische Gesellschaft lebe nicht davon, dass alle Menschen gleich dächten oder dieselben Überzeugungen teilten. Entscheidend sei vielmehr, einander in Würde und Freiheit anzuerkennen und das Recht auf unterschiedliche Lebensentwürfe und Meinungen zu respektieren.

Die Bürgermeisterin machte deutlich, dass es bei den Vorfällen nicht allein um Sachbeschädigung gehe. Wenn Hakenkreuze und rassistische Parolen öffentlich zur Schau gestellt würden, werde damit eine menschenverachtende Haltung sichtbar. „Dafür darf es in unserer Stadt, dafür darf es in keiner Stadt einen Platz geben“, sagte Klein.

Bei den beschädigten Bannern der Ahmadiyya-Gemeinde sei unklar, wer für die Taten verantwortlich sei und welche Motive dahintersteckten. Spekulationen seien deshalb fehl am Platz. Unmissverständlich ist jedoch: „Fremdenfeindlichkeit und die Ablehnung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion haben in Bensheim keinen Raum.“ Sollte ein solcher Hintergrund vorliegen, wäre dies besonders verwerflich.

Klein stellte in ihrer Rede auch einen Zusammenhang zu den Beschädigungen und Zerstörungen von Wahlplakaten im Vorfeld der Kommunalwahl her. Wer mit einer politischen oder religiösen Botschaft nicht einverstanden sei, könne widersprechen, Kritik üben und die Auseinandersetzung suchen. Die mutwillige Zerstörung fremden Eigentums sei jedoch in jedem Fall inakzeptabel. „Niemand darf eigenmächtig entscheiden, welche Botschaften im öffentlichen Raum sichtbar sein dürfen“, unterstrich die Bürgermeisterin.

Demokratie bedeute gerade nicht, dass alle einer Meinung sein müssten oder ihnen jede öffentliche Äußerung gefallen müsse. Unterschiedliche Positionen auszuhalten und Konflikte mit Argumenten auszutragen, gehöre vielmehr zu ihren grundlegenden Prinzipien. Sachbeschädigung, Einschüchterung und menschenverachtende Schmierereien sind dagegen keine Form der Auseinandersetzung. Sie schaden auch der demokratischen Kultur, so die Rathauschefin in ihrer Rede, für die sie Applaus von den Stadtverordneten sowie den Besucherinnen und Besuchern bekam.

Ausdrücklich würdigte Christine Klein den Umgang der Ahmadiyya-Gemeinde mit den Vorfällen. Diese habe die Beschädigungen zum Anlass genommen, ihre Einladung zum Austausch im Rahmen des Tags der offenen Moschee zu erneuern, anstatt den Vandalismus in den Mittelpunkt zu stellen. Das sei ein konstruktiver und bemerkenswerter Umgang mit einer Situation, die durchaus Anlass zu Enttäuschung und Verärgerung gebe.

Abschließend appellierte die Bürgermeisterin an Politik und Stadtgesellschaft, sich gemeinsam für ein respektvolles Miteinander einzusetzen – gerade dann, wenn unterschiedliche Überzeugungen aufeinanderträfen. Eine lebendige Stadtgesellschaft brauche keine Einigkeit in allen Fragen, wohl aber gemeinsame Regeln und die Bereitschaft, Konflikte friedlich auszutragen. Dafür tragen alle Verantwortung: in der Politik, in der Stadtgesellschaft und im täglichen Miteinander.

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