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Jahresabschluss 2025: Der Fehlbetrag schrumpft, die Herausforderungen bleiben

Bensheim | 23. September 2026 Am Ende fällt das Minus deutlich kleiner aus als zunächst befürchtet und kalkuliert: Die Stadt Bensheim schließt das Haushaltsjahr 2025 mit einem Fehlbetrag von rund 3,7 Millionen Euro ab. Im ursprünglichen Haushaltsplan war man aufgrund der damaligen Zahlenlage noch von einem Defizit von rund 21,6 Millionen Euro ausgegangen. Der Magistrat hat die Jahresrechnung 2025 in seiner Sitzung am Mittwoch nun formal aufgestellt und damit gemäß der Hessischen Gemeindeordnung auf den Weg gebracht.

„Das Ergebnis ist deutlich besser als die ursprüngliche Planung. Das ist eine wichtige Entlastung, ändert aber nichts daran, dass die finanzielle Lage der Stadt weiterhin angespannt ist“, betont Erster Stadtrat und Finanzdezernent Frank Daum. „Entscheidend ist, dass sich sowohl bei den Erträgen als auch bei den Aufwendungen positive Abweichungen ergeben haben. Gleichzeitig zeigt der Jahresabschluss, wie wichtig es ist, die Haushaltskonsolidierung konsequent fortzusetzen.“

Daum dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung: „Die Konsolidierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Mein besonderer Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die diesen Kurs engagiert mittragen und mit ihrer Arbeit dazu beitragen, dass die Stadt ihre finanziellen Spielräume Schritt für Schritt stabilisieren kann.“

Das ordentliche Ergebnis schließt mit einem Fehlbetrag von rund 9 Millionen Euro ab. Geplant war hier ein Minus von etwa 25,5 Millionen Euro. Wesentliche Gründe für die Verbesserung waren höhere ordentliche Erträge und geringere ordentliche Aufwendungen als ursprünglich veranschlagt. Besonders ins Gewicht fiel die Gewerbesteuer: Statt der geplanten 19,6 Millionen Euro nahm die Stadt 2025 etwa 28,1 Millionen Euro ein. Das entspricht Mehreinnahmen von 8,5 Millionen Euro. Diese sind vor allem auf Nachforderungen für Vorjahre zurückzuführen und damit zu einem wesentlichen Teil auf einmalige Effekte, auf die die Stadt keinen unmittelbaren Einfluss hat.

Auch bei den Aufwendungen zeigt sich die Wirkung des eingeschlagenen Konsolidierungskurses. Die Personalaufwendungen lagen beispielsweise rund 1,2 Millionen Euro unter dem Planansatz. Bei den Sach- und Dienstleistungen wurden  4,4 Millionen Euro weniger ausgegeben als ursprünglich veranschlagt – ein Rückgang um 13,2 Prozent. Hinzu kommt, dass die notwendige Verlustabdeckung für die Eigenbetriebe Stadtkultur und Kinderbetreuung um rund 1,8 Millionen Euro geringer ausfiel als geplant.

Auch das außerordentliche Ergebnis trug zur Verbesserung bei. Es lag 2025 bei 5,3 Millionen Euro im Plus. Die außerordentlichen Erträge beliefen sich auf rund 5,6 Millionen Euro. Dazu gehörten unter anderem Einnahmen aus Grundstücks- und Immobiliengeschäften. Die außerordentlichen Aufwendungen lagen bei 338.000 Euro.

„Ein Jahresergebnis lässt sich nicht auf eine einzelne Entwicklung reduzieren“, verdeutlicht Bürgermeisterin Christine Klein. „Die Zahlen zeigen aber, dass sich zusätzliche Einnahmen und eine zurückhaltende Ausgabenentwicklung positiv ausgewirkt haben. Zugleich bleibt es unsere Aufgabe, mit den vorhandenen Mitteln verantwortungsvoll umzugehen und die Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig zu sichern.“

Klein, die bis zum Amtsantritt von Frank Daum im Oktober 2025 selbst für den Finanzbereich verantwortlich war, verweist dabei auch auf die bereits früh eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen: „Die Verwaltung hat sich frühzeitig mit den notwendigen Einsparungen und Prioritäten auseinandergesetzt. Dass sich diese Anstrengungen nun auch im Jahresabschluss zeigen, ist ein gemeinsamer Erfolg der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Insgesamt weist der Jahresabschluss 2025 einen Fehlbetrag von 3,7 Millionen Euro aus. Gegenüber dem geplanten Defizit von 21,6 Millionen Euro bedeutet dies eine Verbesserung um rund 17,9 Millionen Euro. Der Fehlbetrag im ordentlichen Ergebnis wird entsprechend den haushaltsrechtlichen Vorgaben durch die vorhandenen Rücklagen ausgeglichen. Eine Kreditaufnahme zur Deckung des laufenden Ergebnisses war zum 31. Dezember 2025 nicht erforderlich.

Auch wenn die Gewerbesteuereinnahmen gegenüber der Planung deutlich höher ausfielen, bleibt der Blick auf die längerfristige Entwicklung wichtig: Mit rund 28,1 Millionen Euro lagen sie weiterhin deutlich unter den deutlich höheren Einnahmen früherer Jahre, die sich mitunter auf mehr als 61 Millionen Euro beliefen.

Trotz der positiven Abweichung gegenüber der ursprünglichen Planung bleibt die finanzielle Situation der Stadt daher herausfordernd. Aktuell beschäftigen sich Finanzdezernent Daum und sein Team mit dem Haushaltsplanentwurf für 2027, der in der Stadtverordnetenversammlung am 5. November eingebracht werden soll.

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