Bensheim | 24. Juli 2026 Wenn die Temperaturen steigen, zieht es viele Besucherinnen und Besucher an den Badesee in Bensheim. Das klare Wasser und die großzügige Liegewiese laden zum Verweilen und Schwimmen ein. Damit der Badetag unbeschwert bleibt, informiert die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) über die Besonderheiten des Gewässers und gibt wichtige Hinweise für ein sicheres Badevergnügen.
„Der Badesee wirkt auf den ersten Blick ruhig und ungefährlich, weil er ein stehendes Gewässer ist“, erklärt Thomas Rech, Einsatzleiter der DLRG Heppenheim. „Was viele allerdings nicht wissen: Es handelt sich um einen ehemaligen Baggersee. Das Gewässer ist bis zu 17 Meter tief und fällt bereits nach kurzer Entfernung vom Ufer steil ab.“
Diese sogenannte Abbruchkante beginne je nach Stelle schon nach wenigen Metern. Für Nichtschwimmer könne das schnell gefährlich werden. Deshalb empfiehlt die DLRG, ausschließlich innerhalb des durch Bojen markierten Badebereichs zu schwimmen und als Nichtschwimmer das flache Wasser nicht zu verlassen.
Neben der besonderen Beschaffenheit des Sees spielt auch das eigene Verhalten eine entscheidende Rolle. Gerade an heißen Sommertagen sei Vorsicht geboten. „Viele Menschen sind durch die Sonne stark aufgeheizt. Geht man dann ins Wasser, trifft man nach den warmen Uferbereichen schnell auf deutlich kältere Wasserschichten. Das kann den Kreislauf belasten und im schlimmsten Fall zu Problemen führen“, erläutert Rech.
Auch geübte Schwimmerinnen und Schwimmer seien nicht vor Notlagen gefeit. Muskelkrämpfe, plötzliche Erschöpfung oder eine Fehleinschätzung der eigenen Kondition können unter Umständen dazu führen, dass der Rückweg ans Ufer nicht mehr aus eigener Kraft gelingt. „Wir erleben an warmen Wochenenden regelmäßig, dass Menschen ihre Schwimmfähigkeit überschätzen. Manche geraten erst weit draußen in Schwierigkeiten – und dann zählt jede Minute. Bis hier draußen im unbewachten Bereich Rettung zur Stelle ist, kann es vielleicht schon zu spät sein “, berichtet Rech.
Genau deshalb sei die Überwachung des Badesees so wichtig, betont Luisa Enke. Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der DLRG werden an heißen Sommertagen regelmäßig zu Einsätzen gerufen und helfen Badegästen, die sich nicht mehr selbst ans Ufer retten können. „Viele unterschätzen, wie schnell sich eine eigentlich entspannte Situation verändern kann. Deshalb empfehlen wir grundsätzlich, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen“, so Enke.
Besonders im Blick hat die DLRG Familien. „Kinder müssen am Wasser immer und ohne Ausnahme beaufsichtigt werden“, betont die Rettungsschwimmerin. Schwimmflügel, Schwimmreifen oder andere Auftriebshilfen könnten zwar unterstützen, seien aber kein Ersatz für die Aufsicht durch Erwachsene. „Diese Hilfsmittel können verrutschen oder verloren gehen. Deshalb sollte immer eine erwachsene Person direkt am oder sogar mit im Wasser mit dabei sein.“
Auch Erwachsenen sei dringend geraten, ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen. „Viele Eltern denken, dass schon nichts passieren wird, solange sie in der Nähe sind. Dabei werden Situationen manchmal schneller kritisch, als man erwartet“, sagt Luisa Enke. Deshalb empfiehlt die DLRG, Kinder ausschließlich dort baden zu lassen, wo die begleitende Person selbst sicher stehen kann. Ein weiterer Risikofaktor sei Alkohol. „Alkoholisierte Schwimmer überschätzen sich häufig. Das führt immer wieder zu gefährlichen Situationen, die sich leicht vermeiden lassen“.
Wie wichtig die Arbeit der Rettungsschwimmer der DLRG ist, zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Immer wieder mussten die Einsatzkräfte Menschen aus akuten Notlagen retten. In Einzelfällen kam jedoch jede Hilfe zu spät. „Leider mussten wir am Badesee auch schon Menschen bergen, für die jede Hilfe zu spät kam“, so Rech. Diese Ereignisse zeigen, wie wichtig Aufmerksamkeit, gegenseitige Rücksichtnahme und die Einhaltung der Baderegeln sind.
Sollte dennoch eine Person im Wasser Hilfe benötigen, rät die DLRG, sofort die Badeaufsicht oder die Rettungsschwimmer anzusprechen und gleichzeitig den Notruf 112 zu wählen. „Der Eigenschutz hat immer Vorrang“, betont Luisa Enke und ergänzt: „Wer selbst kein ausgebildeter Rettungsschwimmer ist, soll nicht unüberlegt hinterherschwimmen“. Sinnvoller sei es – wenn möglich – einen Rettungsring oder einen anderen schwimmfähigen Gegenstand zuzuwerfen und bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Unterstützung zu leisten.
Mit ein wenig Aufmerksamkeit und Rücksicht steht einem unbeschwerten Sommertag am Badesee Bensheim nichts im Weg. Wer sich an den gekennzeichneten Badebereich hält, Kinder aufmerksam beaufsichtigt, auf Alkohol verzichtet und die eigenen Kräfte realistisch einschätzt, schafft die besten Voraussetzungen, dass der See für alle ein sicherer Ort zum Erholen bleibt.



