Bensheim | 21. April 2026 Das Stimmengewirr vom Schulhof ist bis auf die gegenüberliegende Seite der Darmstädter Straße zu hören. Während auf dem Gelände der Kirchbergschule „Große Pause“ ist und viele Kinder über den Hof laufen, stehen nur wenige Meter entfernt Mitarbeiter der Stadtpolizei mit ihrem Messgerät am Straßenrand. Zum Abschluss der bundesweiten „Speedweek“ machte sich Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Frank Daum am Freitagmorgen vor Ort selbst ein Bild von den Geschwindigkeitskontrollen.
Mit Blick auf die spielenden Kinder bringt es der Sachgebietsleiter der Stadtpolizei, Silvio Franz, auf den Punkt: „Für ihre Sicherheit führen wir diese Kontrollen durch.“ Gerade an Schulwegen zeige sich, wie wichtig angemessene Geschwindigkeiten seien. „Geschwindigkeitsmessungen sind kein Selbstzweck, sondern ein wichtiges Instrument zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in unserer Stadt. Wir möchten die Straßen sicherer für alle machen – insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer“, ergänzt Frank Daum.
Die Stadt Bensheim beteiligte sich in dieser Woche erneut an der Aktionswoche und führte an mehreren Stellen im Stadtgebiet Geschwindigkeitsmessungen durch. Die Kontrolle am Freitag vor der Kirchbergschule dauerte von 7.30 bis 11 Uhr. Dabei stellte die Stadtpolizei insgesamt 80 Verstöße fest. Der schnellste Verkehrsteilnehmer war mit 48 Stundenkilometern unterwegs. Zu den Schulzeiten zwischen 7 und 15 Uhr gilt in diesem Abschnitt der B3 Tempo 30.
Auch an den übrigen Messtagen registrierte die Stadtpolizei im Lauf der Woche etliche Überschreitungen. In der Werner-von-Siemens-Straße in Fahrtrichtung Berliner Ring wurden am Montag 39 Verstöße festgestellt, in der Friedhofstraße Richtung Gronau weitere 24. Am Mittwoch beispielsweise registrierte die Stadtpolizei in der Saarstraße in Fahrtrichtung Schwanheim 59 Fälle sowie in Gegenrichtung zum Berliner Ring 22 Verstöße. Am Donnerstag wurden in der Mühltalstraße (Fahrtrichtung Auerbach) 25 Fälle gezählt, in Richtung Hochstädten waren sogar 105 Autofahrer zu schnell unterwegs.
Der höchste Geschwindigkeitsverstoß der Woche wurde am Mittwoch um 20.23 Uhr in der Saarstraße gemessen. Dort war ein Motorradfahrer bei erlaubten 50 Stundenkilometern mit 101 Stundenkilometern unterwegs.
Die Stadt Bensheim setzt sich nicht nur während solcher Aktionswochen, sondern grundsätzlich aktiv für ein sichereres Verkehrsumfeld ein. Dazu zählen regelmäßige Geschwindigkeitsüberwachungen auf innerstädtischen Straßen und insbesondere entlang von Schulwegen. Mit den regelmäßigen Veröffentlichungen der Messergebnisse will die Stadt zugleich ein deutliches Zeichen setzen und das Bewusstsein für die Verantwortung im Straßenverkehr schärfen.
„Ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr setzt voraus, dass sich alle an die geltenden Regeln halten. Unser Ziel ist es, die Lebensqualität in unserer Stadt zu erhöhen und die Sicherheit aller zu gewährleisten“, so Frank Daum.
Zugleich weist die Stadt darauf hin, dass Geschwindigkeitsmessungen grundsätzlich gut begründet und dokumentiert werden müssen. Die Stadtpolizei hält in jedem Messprotokoll fest, warum eine Messung an einer bestimmten Stelle vorgenommen wird. Maßgeblich sind dabei etwa Unfallhäufungen, gefährliche Verkehrssituationen, Beschwerden aus der Bevölkerung, Schulwege oder besonders sensible Bereiche. „Einfach irgendwo blitzen, um vermeintlich den städtischen Haushalt aufzubessern, ist weder unser Anspruch noch unser Ansinnen – und rechtlich auch nicht möglich“, verdeutlicht der Verkehrsdezernent.
Das Land Hessen hat davon abgesehen die Vorgaben für Geschwindigkeitsmessungen zuletzt ohnehin noch einmal verschärft. Nach dem entsprechenden Erlass dürfen Messstellen nur an klar definierten Orten eingerichtet werden, etwa an Unfallschwerpunkten, in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Seniorenheimen oder an besonders gefährlichen Straßenabschnitten. Zudem müssen die Gründe für jede Messung nachvollziehbar dokumentiert werden. Auch Mindestabstände zu Verkehrsschildern und die offene Durchführung der Kontrollen sind verbindlich geregelt.
Die Stadt Bensheim begrüßt diese Regelungen ausdrücklich, weil sie Transparenz schaffen und die Akzeptanz der Verkehrsüberwachung stärken.

