Bensheim | 21. Mai 2026 David Huber geht wieder auf Tore- und Titeljagd. Ab Sonntag nimmt er mit der Nationalmannschaft im Rollstuhl-Hockey in Finnland teil. Der 31-Jährige feiert nach einer zweijährigen Pause sein Comeback in der deutschen Auswahl. Huber, der bei der Bensheimer Stadtverwaltung im Team Kasse arbeitet, spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Elektrorollstuhl-Hockey. In der 1. Bundesliga spielt er als Kapitän für die Rolli Teufel Ludwigshafen.
In Pajulahti startet die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch, 27. Mai, um 8.30 Uhr mit der Partie gegen Australien ins Turnier. Bereits einen Tag später, am Donnerstag, 28. Mai, folgt um 10.15 Uhr das Spiel gegen Kanada. Am 29. Mai stehen für das deutsche Team gleich zwei Begegnungen auf dem Programm: Zunächst trifft das Team um 8.30 Uhr auf Belgien, ehe am Nachmittag um 16.30 Uhr das Duell mit den Niederlanden ansteht. Die Partie gegen das Nachbarland dürfte entscheidend für den Gruppensieg werden – wobei auch Platz zwei für den Einzug ins Halbfinale reicht. „Das ist unser Minimalziel“, betont der Verwaltungsfachangestellte.
Mit Powerchair Hockey, so der offizielle Titel, hat sich der Wormser bereits in jungen Jahren eine Sportart ausgesucht, die auch im Vergleich zu anderen Disziplinen im Behindertensport weniger im Rampenlicht steht. Gespielt wird die Feldhockey-Variante mit hochmotorisierten Elektro-Rollstühlen, die in der 1. Bundesliga bis zu 15 km/h schnell sein dürfen. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei den Spielen auch kontrolliert, um „technisches Doping“ auszuschließen.
Mit Plastikschlägern, die man entweder mit der Hand führt oder die am Rollstuhl befestigt sind, wird auf einem 34 Meter langen Feld versucht, einen Ball mit acht Zentimeter Durchmesser möglichst oft im gegnerischen Tor unterzubringen. Als Handschläger ist David Huber Zielspieler und Spielgestalter zugleich.
Seine Mitspielerinnen und Mitspieler mit Festschlägern haben in der Offensive vorwiegend die Aufgabe, Laufwege der Gegner zu blocken und so den Weg zum Tor freizumachen. In der Defensive wiederum müssen die Lücken geschlossen und der Weg zum Tor dicht gemacht werden. Dass es beim Blocken auch mal kracht, liegt in der Natur der Sache. Die Einhaltung der Regeln wird selbstverständlich auch hier von Schiedsrichtern überwacht.
David Huber kam mit einer Spina bifida (umgangssprachlich offener Rücken) zur Welt. Trotz der Fehlbildung von Wirbelsäule und Rückenmark konnte er bis zur sechsten Klasse noch unter erschwerten Bedingungen laufen. Nach zwei Rücken-Operationen „habe ich mich dann aber entschieden, lieber ein sehr guter Rollstuhlfahrer statt eines schlechten Läufers zu sein“, erklärt er mit der ihm eigenen Mischung aus Offenheit und Humor. Alle Partien sind live auf dem Youtube-Kanal des IPCH (International Powerchair Hockey) zu sehen.


