Bensheim | 16. September 2026 Was wäre ein Bensheimer Winzerfest ohne die Freundinnen und Freunde aus den Partnerstädten? Auch in diesem Jahr waren wieder Delegationen aus mehreren europäischen Partnerstädten zu Gast in Bensheim. Gemeinsam wurde gefeiert, gelacht, gesprochen und vor allem eines gepflegt: die persönlichen Beziehungen, die über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg gewachsen sind.
Zu den Gästen gehörten Delegationen aus Klodzko (Polen), Beaune (Frankreich), Hostinné (Tschechien), Riva del Garda (Italien) und Amersham (Großbritannien). Im weiteren Verlauf des Festwochenendes kamen auch Vertreterinnen und Vertreter aus Manlay und Pfaffenheim hinzu. Die ungarische Partnerstadt Mohács konnte in diesem Jahr aufgrund einer eigenen Großveranstaltung nicht am Winzerfest teilnehmen.
Beim Empfang im Rathaus hieß Bürgermeisterin Christine Klein die internationalen Gäste herzlich willkommen. Die Begegnung stand dabei stellvertretend für das, was Städtepartnerschaften ausmacht: „Nicht offizielle Vereinbarungen oder Protokolle allein halten diese Verbindungen lebendig, sondern die Menschen, die Kontakte pflegen, sich gegenseitig besuchen, Gäste aufnehmen und über viele Jahre Freundschaften entstehen lassen“, betonte Klein, die dabei auf die sichtbaren Verbindungen rund um das Rathaus verwies: Die Partnerschaftsbänke auf der Rathauswiese laden zum Verweilen und zum Gespräch ein, der Riva-del-Garda-Platz erinnert an die italienische Partnerstadt. Seit kurzem gibt es mit der roten englischen Telefonzelle ein weiteres sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit Amersham. Sie steht sinnbildlich für den Kontakt über große Entfernungen hinweg – auch wenn persönliche Begegnungen durch keine moderne Kommunikationstechnik ersetzt werden könne.
„Das Winzerfest ist ein großes Fest für Bensheim und die Bergstraße – an diesem Wochenende ist es aber auch ein kleines europäisches Fest“, lautete der Tenor beim Empfang. Menschen aus unterschiedlichen Ländern, mit unterschiedlichen Sprachen und Traditionen kommen zusammen und erleben dabei unmittelbar, wie viel sie verbindet. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht, gewinnen solche persönlichen Begegnungen an Bedeutung. Städtepartnerschaften geben Europa ein Gesicht – bei gemeinsamen Festen ebenso wie bei Jugendbegegnungen, gegenseitigen Besuchen und langjährigen Kontakten zwischen Familien und Freundeskreisen.
Dass diese Verbindungen tief verwurzelt sind, zeigen auch die langen gemeinsamen Geschichten der Partnerstädte. Mit Klodzko verbindet Bensheim in diesem Jahr seit 30 Jahren eine Partnerschaft. Hostinné und Bensheim können im nächsten Jahr auf 25 Jahre Verschwisterung zurückblicken. Mit Amersham steht im kommenden Jahr das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft an, mit Mohács wird 2027 das 40-jährige Bestehen gefeiert. Auch die Partnerschaften mit Beaune, Manlay, Riva del Garda und Pfaffenheim bestehen seit vielen Jahrzehnten.
Hinter diesen Jahreszahlen stehen unzählige persönliche Begegnungen und gemeinsame Erinnerungen. Genau darin liegt die besondere Stärke der Städtepartnerschaften: Aus offiziellen Verbindungen können Freundschaften entstehen, die Grenzen überwinden und über Generationen hinweg Bestand haben.
Beim gemeinsamen Abschlussessen stand deshalb nicht nur das Ende eines ereignisreichen Winzerfestwochenendes im Mittelpunkt. Es war auch Gelegenheit, auf die vielen Begegnungen zurückzublicken und Danke zu sagen – für Freundschaft, Offenheit und Gastfreundschaft und für das Engagement der zahlreichen Menschen, die die Städtepartnerschaften mit Leben füllen.
Mit einem herzlichen „Auf Wiedersehen“ verabschiedete die Bürgermeisterin die Delegationen. Denn bei langjährigen Freunden bedeutet ein Abschied schließlich vor allem eines: die Vorfreude auf die nächste Begegnung.
So bleibt vom Besuch der Partnerstädte vor allem das, was Städtepartnerschaften seit Jahrzehnten ausmacht: persönliche Nähe trotz räumlicher Entfernung, gemeinsame Erlebnisse und die Gewissheit, in vielen europäischen Städten Freundinnen und Freunde zu haben.


