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Bensheim und das Winzerfest – eine Erfolgsgeschichte seit fast 100 Jahren

Bensheim | 28. August 2026 Bensheim und das Winzerfest – das gehört einfach zusammen. Seit 1929 ist es fester Bestandteil der „Bensemer DNA“ und ein Markenzeichen weit über die Region hinaus. Wenn im August das Winzerdorf aufgebaut wird, Anfang September auf der Festmeile zwischen Marktplatz und Storchennest die ersten Gläser klingen, beginnt für viele Bensheimerinnen und Bensheimer sowie ihre Gäste eine ganz besondere Zeit im Jahr: Alte Bekannte treffen, gemeinsam anstoßen, Musik hören, den Festzug erleben – und natürlich den Bergsträßer Wein genießen.

Was dabei den besonderen Reiz ausmacht? Dass das Winzerfest vieles zugleich sein kann: Treffpunkt für Freunde und Familien, Bühne für die Winzerinnen und Winzer der Region, Fest für die Bensheimer Vereine und ein Publikumsmagnet mit mehr als 100.000 Besucherinnen und Besuchern während der neun Tage. Für viele ehemalige Bensheimerinnen und Bensheimer ist es sogar ein fester Termin, der sie jedes Jahr zurück in ihre alte Heimat führt.

Orchestriert wird das Großereignis seit jeher im Ehrenamt vom Verkehrsverein Bensheim. Dessen neuer geschäftsführender Vorsitzender Max Scharf, der in diesem Jahr den Posten von Thomas Herborn übernommen hat, sowie Bürgermeisterin Christine Klein präsentierten am Donnerstag im Rathaus mit den Vorstandsmitgliedern Christian Roth, Dieter Blumenschein, Matthias Wehmeyer, Bernd Stumpf, Leon Stuckert, Miriam Schmitt, Christa Guth sowie Vereinssekretärin Hilde Deppert das Programm. Gefeiert wird vom 5. bis 13. September 2026.

Max Scharf und Christine Klein nutzten die Vorstellung auch für einen herzlichen Dank – an alle Helferinnen und Helfer, die Vorstandsmitglieder sowie den Hauptsponsor, die Sparkasse Bensheim. Ohne das finanzielle Engagement der Sponsorinnen und Sponsoren könne eine solche Veranstaltung nicht umgesetzt werden.

Ein großes Dankeschön ging außerdem an die Hilfsorganisationen und Rettungsdienste. Das Sicherheitskonzept für das Bergsträßer Winzerfest hat sich längst bewährt, wird aber jedes Jahr verfeinert. Für einen reibungslosen Ablauf während der neun Tage und in hohem Maße auch während des Festzugs sorgt die gute Zusammenarbeit von DRK, Polizei, Feuerwehr, THW, DLRG, den städtischen Mitarbeitenden der Teams Straßenverkehr sowie Sicherheit und Ordnung und dem privaten Sicherheitsdienst.

Herausgestellt wurde von Max Scharf außerdem der Einsatz des beim Zweckverband KMB angesiedelten Bauhofservice. Die Männer und Frauen sind nicht nur beim Aufbau des Winzerdorfs tatkräftig dabei. Sie räumen während des Festes auch jeden Morgen den Dreck weg. Zum Dank bekommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer donnerstags ein Frühstück vom Verkehrsverein spendiert.

Der neue geschäftsführende Vorsitzende nutzte das Pressegespräch für ausführliche Würdigungen. Erster Adressat war sein Vorgänger Thomas Herborn, der insgesamt 17 Jahre in führender Position den Verkehrsverein, das Winzer- und Bürgerfest geprägt hat. Scharf bedankte sich für die Unterstützung, die er in den vergangenen Monaten erhalten habe und immer noch erhält. „Du hast dein Wissen weitergegeben, das hat mir den Einstieg sehr erleichtert.“

Ein herzliches Dankeschön für den jahrelangen großen Einsatz als Organisator des Festzugs ging außerdem an Matthias Wehmeyer. Er gab sein „Amt“ an Leon Stuckert ab, bleibt dem Verkehrsverein allerdings im Vorstand erhalten.

21 Jahre lang war und ist immer noch Hilde Deppert das Herz und die Antreiberin des Verkehrsvereins. „Es fällt mir wirklich schwer, für dieses Engagement die richtigen Worte zu finden“, meinte Max Scharf – und fand sich im Anschluss dennoch. Er würdigte die Bensheimerin für ihre Leidenschaft, Verlässlichkeit und ihr Herzblut, das sie in ihre umfangreichen Aufgaben gelegt hat. „Du hast Dich um alles gekümmert. Und manchmal auch Lösungen für Probleme parat gehabt, bevor andere wussten, dass es überhaupt ein Problem gibt.“ Zum Jahreswechsel übernimmt Eleni Tanios für Hilde Deppert beim Verkehrsverein – selbstverständlich läuft die Einarbeitungsphase bereits.

Abschließend richtete der geschäftsführende Vorsitzende auch Dankesworte an die Erste Vorsitzende, Bürgermeisterin Christine Klein. Scharf hob die gute Zusammenarbeit hervor, verbunden mit dem Wunsch, die Rathauschefin nach ihrem Abschied bei der einen oder anderen Veranstaltung entspannt als Privatperson begrüßen zu dürfen.

Christine Klein wiederum stellt den erfolgreich vollzogenen Generationswechsel in den Vordergrund. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass sich für solche Schlüsselrollen im Verein und beim Winzerfest junge Leute als Nachfolger finden. „Ihr packt an, ihr engagiert euch, das ist ein tolles Zeichen. Es zeigt: Das Winzerfest als Traditionsveranstaltung ist nicht nur der älteren Generation wichtig.“ Die Bürgermeisterin nutzte die Gelegenheit zudem, um Hilde Deppert für ihren jahrzehntelangen Dienst für die Allgemeinheit zu würdigen.

Für die Heimatvereinigung Oald Bensem überbrachte Vorsitzender Heinz Walter am Donnerstag während der Programmvorstellung eine schlechte Nachricht. Die Fraa vun Bensem Doris Walter wird in diesem Jahr das Winzerfest auslassen müssen – wegen einer Oberschenkelfraktur ist sie leider nicht einsatzbereit. „Das ist natürlich bedauerlich. Wir haben keinen Plan B, das heißt, wir müssen uns bis zum nächsten Jahr gedulden“, betonte Walter, dem Genesungswünsche an seine Frau mit auf den Weg gegeben wurden. Ansonsten bleibe aber alles beim Alten. Von der Bürgerwehr über den Spielmannszug bis hin zur Biedermeiergruppe wird Oald Bensem gewohnt engagiert und zahlreich vertreten sein.

Unterm Strich wird bei der 88. Auflage an allen neun Tagen ein abwechslungsreiches Programm geboten:

Samstag, 5. September: Der erste Festtag beginnt um 11 Uhr mit einer kostenlosen Führung durch die historische Altstadt. Um 18 Uhr wird das Winzerfest im Winzerdorf auf dem Marktplatz von Bürgermeisterin Christine Klein eröffnet – mit den Salutschüssen der Bürgerwehr Oald Bensem. Vertreten sind außerdem die Biedermeiergruppe der Heimatvereinigung und der Spielmannszug der Heimatvereinigung, nicht fehlen dürfen selbstverständlich die vielen Weinhoheiten aus der Region. Anschließend sorgen „Die Gallier“ bis Mitternacht für Tanz- und Unterhaltungsmusik im Winzerdorf. Am Bürgerwehrbrunnen legt ab 18 Uhr DJ Dennis auf.

Sonntag, 6. September: Der Sonntag steht traditionell ganz im Zeichen des großen Festumzugs. Unter dem Motto „Weißwein, Rotwein und Rosé, beim Bergsträßer Winzerfest man Vielfalt seh!“ ziehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 14 Uhr durch die Innenstadt. Der Zug führt über die Carl-Orff-Straße, Darmstädter Straße, Rodensteinstraße, Promenadenstraße, Bahnhofstraße und Neckarstraße zurück zur Rodensteinstraße. Eine Jury bewertet wie gehabt die drei schönsten Festwagen und Fußgruppen. Rund 82 Zugnummern – und damit etwas weniger als im Vorjahr – sind gelistet, teilte Organisator Leon Stuckert am Donnerstag mit. Allerdings könnte sich die Zahl noch erhöhen. „Die Lage ist dynamisch“, so Stuckert. Außerdem wird es in diesem Jahr drei Wasserzapfstellen geben, an denen sich die Teilnehmenden erfrischen können. Darauf wies Matthias Wehmeyer hin, der den Festzug viele Jahre organisierte und in diesem Jahr seinen Nachfolger noch unterstützt. Eine weitere Neuerung dürfte alle freuen, die nicht live vor Ort sein können. Der Verein „Kultur für alle“ streamt den Umzug über seinen Youtube-Kanal.

Nach der bunten Parade gibt es am Lammertsbrunnen ein Platzkonzert des 1. Bergsträßer Spielmanns- und Fanfarenzugs. Im Winzerdorf spielen am Nachmittag die Trachtenkapelle Lindenfels und am Abend die Starkenburg Musikanten.

Montag, 7. September: Der Tag der Betriebe ist ein Klassiker, der ab 11 Uhr die Innenstadt und die Gläser in den Buchten und Wirtschaften füllt. Musikalisch sorgt DJ Heinze Miggel an diesem Tag im Winzerdorf für Stimmung.

Dienstag, 8. September: Den Ägidimarkt gibt es seit 1619. Er ist und bleibt eine beliebte Anlaufstelle für alle, die in den Auslagen der Händler stöbern wollen. Am Abend spielt im Winzerdorf die Band „Garden of Delight“. Am Bürgerwehrbrunnen ist „Stir it up“ zu hören.

Mittwoch, 9. September: Von 14.30 bis 17 Uhr sorgen die „Zwoa Spitzbuam“ am Lammertsbrunnen für Unterhaltung bei den Seniorinnen und Senioren. Am Abend steht im Winzerdorf das „Rico Bravo Trio“ auf der Bühne. Am Bürgerwehrbrunnen spielen „The Galazzos“.

Donnerstag, 10. September: Der Donnerstag ist Tag der Jahrgänge und Vereine sowie Familientag auf dem Rummelplatz. Neben den traditionellen Platzkonzerten der Stadtkapelle Bensheim in den Seniorenheimen, begleitet von den Honoratioren der Stadt, gibt es von 15 bis 17 Uhr ein Kinderprogramm mit dem Marionetten-Kasper-Theater „Tri Tra Trulalla“. Am Abend spielen die „Pink Panthers“ im Winzerdorf. Am Bürgerwehrbrunnen tritt Danny Wünschel auf.

Freitag, 11. September: Die traditionelle Bergsträßer Gebietsweinprobe im Bürgerhaus fällt aufgrund des Wasserschadens im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. „Wir haben nach einer anderen Location gesucht, aber in der Kürze der Zeit nichts gefunden“, verdeutlichte Scharf. Er bedanke sich sowohl bei der MEGB als auch bei der Stadtverwaltung für die Unterstützung bei der Suche nach einer Alternative. Beim Tag der Jugend organisiert der Verein Dezibel Musikkultur zum fünften Mal Live-Musik von 20 Uhr bis Mitternacht auf der Sparkassen-Bühne vor der Stadtmühle. Drei regionale Bands aus dem Rock- und Popbereich werden zu hören sein. Ab 23 Uhr wird erstmals ein DJ auflegen. Im Winzerdorf spielen beim Tag der Junggebliebenen im gleichen Zeitraum „LOL – Legends of Life“.

Samstag, 12. September: Am zweiten Festwochenende startet ab 12.30 Uhr der traditionelle Marsch der Bürgerwehr durch die Innenstadt, musikalisch begleitet vom Spielmannszug. Flüssiger und fester Nahrung als Wegzehrung sind die Männer und Frauen nicht abgeneigt. Mehrere Stationen werden angesteuert. Am Abend gibt es Tanz- und Unterhaltungsmusik mit der Band „DNS“ im Winzerdorf.

Sonntag, 13. September: Zum krönenden Abschluss haben die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet, organisiert vom Verein Stadtmarketing. Außerdem werden nach einem Platzkonzert der Stadtkapelle Bensheim die schönsten Festwagen und Fußgruppen des Festzugs ab 15.30 Uhr auf dem Marktplatz prämiert. „Restarted“ sorgen von 17 bis 22 Uhr im Winzerdorf für den musikalischen Ausklang. Mit der Einholung der Fahne um 22 Uhr ist das 88. Winzerfest Geschichte. 

Wie bei der Premiere vor zwei Jahren kann bei verschiedenen Anbietern zusätzlich bargeldlos mit Karte gezahlt werden. Alle Stände, die diesen Service anbieten, sind entsprechend gekennzeichnet. Mit Bargeld kann weiterhin überall gezahlt werden. Die Sparkasse Bensheim stellt die notwendigen Lesegeräte für die Standbetreiber kostenlos zur Verfügung. Johannes Erich Schulz, Vorsitzender des Vorstands, kündigte darüber hinaus eine besondere Würdigung des Ehrenamts durch sein Haus an. Ausgeschüttet werden insgesamt 19.600 Euro (entsprechend dem 196-jährigen Bestehen der Sparkasse Bensheim). Das Geld soll zu gleichen Teilen auf zehn Vereine verteilt werden. Bewerbungen von Vereinen nimmt die Sparkasse entgegen.

Was darüber hinaus wichtig ist: Als besonderer Service fährt wieder die „Nachteule“ in die Bensheimer Stadtteile, nach Heppenheim, Alsbach, Lindenfels sowie in die Riedgemeinden zu den regulären Bustarifen. Die Abfahrtszeiten können in den Buchten erfragt werden. Wer mit dem Fahrrad anreist, kann den Drahtesel an Absperrgittern abschließen, die an den Eingängen zum Festbetrieb stehen.

Auf der GGEW-Funmeile, sprich dem Rummelplatz zwischen Rinnentor und Beauner Platz, stehen 25 Fahrgeschäfte und Verkaufsstände bereit. Das Angebot bewegt sich damit auf Vorjahresniveau. Insgesamt werden 50 Wein- und Imbissstände auf dem Festgelände aufgebaut.

Das komplette Programm mit allen Informationen findet sich im Internet auf der Seite der Verkehrsvereins zum Winzerfest.

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