Nach dem Meisterwerk von Charlie Chaplin
Kann man ein filmisches Heiligtum auf die Bühne bringen? Das Landestheater Tübingen (LTT) beweist es: Die Inszenierung von LTT-Intendant Thorsten Weckherlin ist keine Kopie, sondern eine hochaktuelle Hommage. In einer Zeit, in der Populismus und Hassrhetorik weltweit wieder Konjunktur haben, schlägt diese Inszenierung die Brücke von 1939 direkt ins Heute.
Die groteske Verwechslung des tomanischen Diktators Adenoid Hynkel mit einem jüdischen Barbier bildet den Ausgangspunkt von Charlie Chaplins erstem Tonfilm: eine bitterböse, dabei aber umwerfend komische Satire aus dem Jahr 1940, die es mitten im Zweiten Weltkrieg wagte, das pure Böse direkt zu verspotten. Der Film, der zu Chaplins erfolgreichstem Werk wurde, war in Nazi-Deutschland verboten. Chaplin setzt der Hass gebärenden Rhetorik des megalomanen Führers die Aufrichtigkeit des namenlosen Barbiers entgegen, der mit seiner weltbekannten Schlussrede ein ewig gültiges Plädoyer für Menschlichkeit und Frieden hält.
In der Doppelrolle Hynkel/Barbier ist Andreas Guglielmetti zu erleben. Ihm zur Seite steht ein spielfreudiges, achtköpfiges Ensemble, das in der Bühnenfassung in vielen unterschiedlichen Rollen zu sehen sein wird.
Foto: ©Salomé Noller (LTT)
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