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Wilmshausen

Das im Tal der Lauter gelegene Schönberg wurde vermutlich um 1230 mit einer Burganlage versehen. Nach gegenwärtigem Forschungsstand (2025) lässt sich die früheste gesicherte Erwähnung Schönbergs als „sconenberc“ auf das Jahr 1223 datieren: Im Schenkungsverzeichnis für die Kirche der Jungfrau Maria im Kloster Patershausen (Signatur: HStAD, A 1, Nr. 181/1) wird ein „dominus Udelricus de sconenberc“ – Herr Ulrich von Schönberg – als Zeuge genannt. Das Verzeichnis ist zwar nicht exakt datiert, doch die darin dokumentierten Schenkungen erstrecken sich nach aktuellem Stand über den Zeitraum ca. 1190/1200 bis 1225. Da der im Verzeichnis ebenfalls genannte Abt Gebeno von Seligenstadt im Jahr 1223 verstorben ist, wird dieses Jahr als „terminus post quem“ und damit als frühestmögliche Datierung für die Entstehung der Quelle angesetzt. Somit ist die Nennung Schönbergs als „sconenberc“ für das Jahr 1223 gesichert. Der Ort hätte folglich im Jahr 2023 das 800-jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung begehen können.

Die Burganlage wurde in der bayrischen Fehde von 1504 erheblich beschädigt, aber auch im Dreißigjährigen Krieg und letztmalig anlässlich der Raubkriege des französischen Sonnenkönigs 1696 geplündert. Die Besitzer, die Schenken zu Erbach, wurden 1532 in den Reichsgrafenstand erhoben. Bei einer Nutzungsteilung der Grafschaft im Jahr 1717 gründete sich die Linie Erbach-Schönberg, die ihren Wohnsitz meist in Schönberg nahm. Nach und nach wurde die Burg zu einem Wohnschloss umgebaut und verlor damit ihren wehrhaften Charakter.

Der angrenzende Schlosspark fand schon Anfang des 17. Jahrhunderts seine erste Erwähnung. In ihm befinden sich zahlreiche exotische wie seltene Gewächse. In den 1990er-Jahren wurde das Schloss, seit 1956 im Besitz der „Bundesknappschaft“ (heute „Knappschaft Bahn-See“), erneut grundlegend modernisiert und wird seitdem als Bildungsstätte und Tagungszentrum genutzt.

Die ev. Kirche, gebaut nach Plänen des Baumeisters Ignatz Opfermann, wurde 1832 eingeweiht und durch Brandstiftung im Jahre 1900 zerstört. Der Wiederaufbau veränderte dabei das Äußere nur unwesentlich.  Die katholische Kirche stammt aus dem Jahre 1956.

Das Schloss und die ev. Kirche sowie die ehemaligen herrschaftlichen Gebäude im Dorf, das alte und neue Rentamt, die Zehntscheune, die Herrenmühle, das „Mathildenshaus“ und die 1885 eingeweihte Schule prägen das dörfliche Bild und geben Zeugnis der ehemals kleinen Residenz, die ihre Blütezeit in der wilhelminischen Zeit hatte.

Das Erbach-Schönberger Wappen gilt auch inoffiziell für den Nachbarort Wilmshausen. Seine Beschreibung lautet:

Schild gespalten und geteilt, die Felder 1 und 4 rot-weiß geteilt mit 3 (2:1) Sternen in wechselnder Farbe (Stammwappen der Erbacher) und in den Feldern 2 und 3 in weiß zwei rote Balken (Wappen der Herrschaft Breuberg)“.

Schönberg wurde im Jahre 1939 in die Stadt Bensheim eingemeindet.

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